Donnerstag, 18.07.2019: TOM DAVID UHLIG & ANDREAS FISCHER: Verpönte Erfahrung. Videospiele als Realitätszugang

Die Kids vergraben sich zuhause vor Konsolen und Rechnern, zocken Nächte durch und vermeiden so, sich dem »wahren Leben« da draußen zu stellen, das sie überfordert und einschüchtert – so oder so ähnlich geht ein gängiger Alltagsdiskurs über den Konsum von Videospielen. Gaming wird dabei aus der Realität ausgeklammert oder zum Methadonprogramm für Wirklichkeitsflüchtige, bei dem diese sich größer fühlen dürfen, als sie es in Wahrheit sind. Dabei sind Videospiele selbstverständlich Bestandteil der Wirklichkeit: Der Drache in World of Warcraft ist als Niederschlag menschlicher Praxis ebenso echt wie das nächstgelegene Fußballfeld. Erfahrungen, die mit Videospielen gemacht bzw. in ihnen gesammelt werden, sind gesellschaftlich verpönt, außer das Feuilleton bescheinigt ihnen, Kunst zu sein. Was aber macht trotz ihrer weitverbreiteten sozialen Geringschätzung Videospiele so attraktiv? Welche Erfahrungen lassen sich mit ihnen machen? Warum spielen Leute in ihrer Freizeit Arbeitssimulatoren, warum Spiele, die viel zu schwer sind? Warum sind die Spiele von früher am besten? Und warum stimmt das überhaupt nicht? Andreas Fischer und Tom Uhlig nehmen den Abend zum Anlass, um zwischen Plauderei, Begeisterungsanfällen und Niedergeschlagenheit, Let’s Play und Kunstkritik mit anderen Mitteln über diese Fragen zu schwadronieren.
 
Andreas Fischer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der FAU Erlangen-Nürnberg und forscht zum Verhältnis Jugendlicher zur Erwerbsarbeit sowie zu aktueller Popkultur. Tom David Uhlig hat u. a. Psychologie in Frankfurt studiert. Er ist Mitarbeiter der Bildungsstätte »Anne Frank« und Mitherausgeber der Zeitschrift für psychoanalytische Sozialpsychologie Freie Assoziation.
Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1
(zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

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