Donnerstag, 30.04.2026, JONAS ENGELMANN: Der Text ist meine Party. Eine Geschichte der Hamburger Schule.

»Ich bin neu in der Hamburger Schule«, haben Tocotronic 1995 gesungen. »Die Lehrer sind alle ganz nett hier und die meisten meiner Mitschüler auch.« Doch wer waren die »Lehrer« dieser 1993 gegründeten Band? Und wie blicken die »Mitschüler« heute auf die Musikszene, die sich ab Mitte der Achtziger an den Tresen, in den Übungsräumen und Konzertsälen der Hansestadt entwickelte – zu einer Zeit als Deutschpunk immer stumpfer und die Neue Deutsche Welle immer schlagerhafter wurde. Die Hamburger Schule war ein Zusammenschluss linker Musiker (und in beschämend wenig Fällen: Musikerinnen), die die politische Reflexion der wiedervereinigten deutschen Gegenwart als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Musik betrachteten. Daraus entwickelte sich der deutschsprachige, intellektuelle »Diskurspop«, der zum Markenzeichen und zum Klischee der Hamburger Schule wurde und Blumfeld, Die Sterne, Die Goldenen Zitronen oder Tocotronic überregional bekannt machte. Der Vortrag zeichnet die Geschichte der Hamburger Schule nach und erörtert ihre Bedeutung für eine widerständige antinationale deutsche Popmusik, die sich mit Recht als musikalisches Organ der vielbeschworenen »Poplinken« begreifen durfte.

Jonas Engelmann, geboren im Hunsrück, Bandgründung am Fuß der Loreley. Seit 1993 Mitherausgeber des Fanzines Meine Sehr! (aktuelle Ausgabe erschien 1999), seit 1994 Bassist bei Brigade Staatsfeind (letztes Konzert 1997). Ventil-Verlag-Verleger, freier Journalist und politischer Bildner; drei Kinder, kein Auto.

Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1
(zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: frei

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