Donnerstag, 25.06.2026, SONJA EISMANN: Candy Girls. Sexismus in der Musikindustrie.

Junge Frauen und ihre Körper – selbstverständlich normschön, jugendlich, sexy – sind das Rohmaterial, aus dem Musikindustrie und Popkultur gemacht sind. Sie werden in Songtexten angeschmachtet und fetischisiert, beschimpft und degradiert und dienen auf der Bühne und backstage als Projektionsflächen. Weibliche Fans werden als kreischende Masse oder willenlose Groupies betrachtet ohne ernsthaftes Interesse an Musik. Und wenn eine Frau als Künstlerin auftritt, dann ist sie immer zuerst Frau, deren Körper zu dick, zu dünn, zu perfekt oder sonstwie falsch ist. Entweder ist sie Hure oder Heilige, bis sie dann ganz plötzlich zu alt ist. Der Vortrag möchte zeigen, wie tief Sexismus und Ageismus in die Musikindustrie eingeschrieben sind, wie wir als Konsument*innen den male gaze erlernen und verinnerlichen und wie akzeptiert Missbrauch und Pädosexualität in fast allen Musikszenen und -genres sind. Anhand ausgewählter Beispiele soll aber auch der Widerstand gewürdigt werden, der sich längst gegen das Musikpatriarchat formiert hat.

Sonja Eismann lebt in Berlin und ist Journalistin, Kulturwissenschaftlerin sowie Mitbegründerin und Mitherausgeberin des Missy Magazine.

Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1
(zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

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