
2014 fand innerhalb der Gamer*innen-Community eine beispiellose Kampagne gegen feministische und queere Spieleentwickler*innen und Journalist*innen statt, die unter dem Schlagwort »Gamergate« bis heute die Debatte prägt. »Gamergate« war eine Bewegung, in der sich weiße, cis-hetero Männer radikalisierten. Sie organisierten sich in sozialen Medien und Internetforen, in denen sie misogyne, queerfeindliche und rassistische Gewalt auslebten, um sich Gaming als homosozialen, maskulinistischen, weißen Schutzraum gegen Frauen, Queers und POC anzueignen und zu verteidigen. Mit Mitteln, die von Doxxing bis hin zu Gewalt- und Todesdrohungen reichten, kämpften sie gegen Feminist*innen, die Gaming inklusiver machen wollten. Leo hat das damals radikalisiert: als Feminist*in. Und Leo wurde klar: Solidarität gibt es für Marginalisierte nur mit und unter anderen Marginalisierten. Der Vortrag zeichnet die Entstehung, den Verlauf und die Kontinuitätslinien von Gamergate nach und fragt dabei, ob und inwieweit Gaming seither diverser geworden ist.
Leo Ackermann ist Informatiker*in, Aktivist*in und Poet*in. Zuletzt hat fey in der freien uni über die politische Geschichte der Kalorie gesprochen. Cinder hat sich in feys Masterstudium Gender & Queer Studies viel mit Spekulativen Fabulationen und ihrem utopischen Potential beschäftigt. Es ist großer Fan von weirden, andersartigen Welten und glaubt, dass Gaming nicht den Faschos und Incels überlassen werden sollte.