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Donnerstag, 20.05.2021: VID STEVANOVIC: Ironie, Transgression, Terror: Rechtsterrorismus und Meme-Culture

Während die Berichterstattung zur Corona-Pandemie nach wie vor die öffentlichen Debatten dominiert, wurde Deutschland zum international prominenten Standort in Sachen Rechtsterrorismus und das Kapitol der Vereinigten Staaten von Rechtsextremen gestürmt. Die Theorie kommt dem Terror nicht hinterher. Neben vernetzt agierenden Zellen (Nordkreuz, Gruppe S. etc.) sind es vor allem (vermeintliche) Einzeltäter*innen, die Anschlüsse an den globalen Rechtsterrorismus knüpfen. Die Attentäter*innen teilen eine bestimmte ästhetische und mediale Praxis. Dem inszenierten Spektakel des Terrorakts ist der »Memetic Warfare« vor- und nachgelagert: In Chatgruppen, Discord-Channels und auf Imageboards wird die Verbindung von Ideologie und Terror hergestellt. Dabei sind Ironie und Tabubruch dominante Strategien. Der Vortrag wird diesem Verhältnis nachgehen, um zu klären, wie diese Praktiken und rechter Terror voneinander abhängen.
 
Vid Stevanovic arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU in München.
 
Vortrag auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=Rqmi_D4LbHY
Live und Diskussion auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg

Beginn: 20:00
Eintritt: frei

Donnerstag, 06.05.: CONSTANTIN GANß / LEA HIRSCHFELDER / ENGEL FRIEDERIKE HOLST: Antisemitische Bilder am Dom? Der Streit um die Synagoge des Bamberger Fürstenportals

Am 23.10.2020 titelte das regionale Nachrichtenportal InFranken.de anlässlich der Diskussion um ein Figurenpaar am Bamberg Dom reißerisch: »Sind diese Statuen antisemitisch?«. Der Streit um den Umgang mit antijudaistischen Darstellungen in mittelalterlichen Kirchen ist auch in Bamberg nicht neu. Leider zeichnete sich der öffentliche Diskurs darüber bisher durch unzureichende Recherche und mangelndes Verständnis der Figuren, ihrer theologischen Grundlage und der baulichen Situation aus. Auch gibt es bisher keine zufriedenstellenden Konzepte für einen langfristigen Umgang mit den betreffenden Figuren. Der Vortrag möchte diese Lücken schließen und dadurch eine fundiertere Diskussionsbasis schaffen.

Constantin Ganß, Lea Hirschfelder und Engel Friederike Holst studieren Politikwissenschaften, Geschichte, Denkmalpflege und Kunstgeschichte und engagieren sich im Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg gegen Antisemitismus.

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Jungen Forum (JuFo) der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg statt.

Vortrag um 20:15 auf YouTube: youtube.com/watch?v=gABqrgBGLFI

Diskussion ab 21:15 auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt

Donnerstag, 29.04.: RUBEN GERCZIKOW / MONTY OTT: Die Juden sind nicht kleinzukriegen

Jüdinnen:Juden wird in der Öffentlichkeit die Rolle von Opfern zugeschrieben. Entsprechend machen viele von ihnen die Erfahrung, dass ihre Sichtbarkeit sich darauf begrenzt, als Betroffene von Antisemitismus oder als Auslandsvertretung von Israel aufzutreten. Die Komplexität jüdischer Erfahrungen findet darin keinen Platz. Das betrifft sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit. Jüdisches Leben in Deutschland wird in der deutschen Geschichte auf die Zeit der Verfolgung und Ermordung während der Shoa reduziert. Die Vielfalt der jüdischen Kultur kann so nicht gesehen werden, vor allem dann nicht, wenn es sich um eine wehrhafte handelt. Dabei sprach bereits die in Deutschland beliebte Philosophin Hannah Arendt davon, dass der »jüdische Lebenswille berühmt und berüchtigt« sei. Doch wo sind all die Geschichten von den kämpfenden Jüdinnen:Juden und die von ihrem Widerstand gegen autoritäre Herrschaft?

Monty Ott ist Publizist, promoviert zu »Queerem Judentum in Deutschland«, und war bis 2021 Gründungsvorsitzender der queer-jüdischen Initiative Keshet Deutschland e.V. Ruben Gerczikow beschäftigt sich seit vielen Jahren mit rechtsextremen Strukturen, war Vizepräsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland und der European Union of Jewish Students. Beide sind Teil des jüdischen Medienprojektes Laumer Lounge.

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Jungen Forum (JuFo) der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg statt und wird von der »Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Bamberg« im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Stream des Vortrags auf Youtube: https://youtu.be/AMUeIgiCUqA

Diskussion und Vortrag auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt

Donnerstag, 22.04.2021: ANASTASIA BAUCH / CHRISTOPHER HÖLZEL: Die Bakuninhütte. Erinnerungskultur, Denkmalpflege und zeitgenössische Archäologie



Die Bakuninhütte bei Meiningen wurde in den 1920ern von Mitgliedern der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft FAUD errichtet. Als deutschlandweit einziges staatlich anerkanntes Kulturdenkmal des Anarchosyndikalismus bietet sie einzigartige Möglichkeiten der Erforschung und der Partizipation. Die Geschichte der Bakuninhütte ist wie ein Brennglas für die Geschichte Deutschlands in den letzten 100 Jahren. Sie wurde als Wander- und Schutzhütte errichtet und bis 1933 zum überregionalen Zentrum der anarchosyndikalistischen Bewegung ausgebaut, diente aber auch als beliebtes Ausflugsziel für die lokale Bevölkerung. Trotz »doppelter Opposition« in Nationalsozialismus und DDR ist die Hütte erhalten geblieben. 2015 wurde sie als Kulturdenkmal eingetragen. Heute ist die Hütte in Vereinsstrukturen, verschiedene politische Bewegungen und lokale (Erinnerungs-)Politiken eingebunden. Die AG Geschichte der Bakuninhütte hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre vielfältige und wechselvolle Geschichte sowie die der Menschen, die sie gebaut und gestaltet haben, ihre verschiedenen Nutzungsphasen und das allgemeine politische Klima in Südthüringen in der Weimarer Republik zu erforschen.
 
Christopher Hölzel ist Archäologe und in der AG Geschichte der Bakuninhütte aktiv. Anastasia Bauch absolviert den Master Denkmalpflege in Bamberg, kommt aus Meiningen und ist an der Bauplanung zum Erhalt der Hütte beteiligt.

Live-Stream des Vortrags auf Youtube: https://youtu.be/hs-7r0wLOoE
Anschließende Diskussion auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt


Beginn: 20:00
Eintritt/Zugang: frei
 

Donnerstag, 04.03.2021: Offenes Planungstreffen

Wir wollen euch natürlich auch im Sommersemester ein ausgewogen unausgewogenes Programm bieten und setzen uns daher am letzten Donnerstag des Wintersemesters zusammen, um virtuell Pizza zu bestellen, Bier zu trinken und über das Sommersemester nachzudenken. Alle, die uns kennenlernen oder in der Freien Uni mitmachen wollen, sind dazu sehr herzlich eingeladen.

Link: https://meet.jit.si/freieunibamberg
Beginn: 20:00

Donnerstag, 25.02.2021: CHRISTIAN NOETH: Zwischen Universität und Aktivismus. Einführung in eine kritische Theorie der Gesellschaft


»Der Klimawandel wartet nicht, bis dein Bachelor fertig ist!« – Diese in der aktuellen Klimabewegung prominente Parole drückt treffend das Empfinden vieler politisch-engagierter Studierender aus: Gründe, eine Veränderung der Welt zu wünschen, gibt es genug – von Klimawandel bis hin zu andauernder weltweiter sozialer Ungerechtigkeit, von vielseitiger Diskriminierung, Unterdrückung und Gewalt gegenüber stigmatisierten Personengruppen bis hin zu autoritären Tendenzen in Gesellschaft und Politik. Selbst nach einem Studienabschluss in Politik- oder Sozialwissenschaften sieht die Situation meist nicht viel besser aus. Die richtige Erkenntnis, dass Theorie nicht alles sein kann und darf, wenn es um die Veränderung der Gesellschaft geht, schlägt somit allzu oft in politische Vorhaben um, welche die Strukturen nicht verstehen, auf die sie einwirken sollen. Der Vortrag möchte dementgegen ein Verständnis von Theoriearbeit anbieten, welches seinem eigenen Anspruch nach über den universitären Wissenschaftsbetrieb hinausweist und stattdessen auf eine grundlegende emanzipatorische Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse hin ausgerichtet ist.
Christian Nöth studiert an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Live-Stream auf Youtube: https://youtu.be/dWk4pq4DleY

Interaktiv auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt


Beginn: 20:00
Eintritt/Zugang: frei
 

Donnerstag, 18.02.2021: JOHANNA BLOKKER: Denkmalsturz als Systemkritik: Der Bildersturm und die »Black Lives Matter«-Bewegung

Der Schriftsteller Robert Musil hat einmal gesagt, dass nichts so unsichtbar sei wie ein Denkmal: Einmal errichtet, befreit es die Menschen von der Arbeit des aktiven Erinnerns und ermöglicht ihnen das Vergessen. Dennoch gibt es Zeiten, in denen Denkmale wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, in denen die Erinnerungen, die sie tragen, sie plötzlich zu Steinen des Anstoßes machen. Gegenwärtig erleben wir so einen Moment: Im Zeichen der globalen »Black Lives Matter«-Bewegung werden überall auf der Welt – auch in Deutschland – Standbilder von kolonialzeitlichen Figuren und Held*innen verunstaltet oder von ihren Sockeln geholt. Im Vortrag werden Denkmale als Orte des Streits und der Aushandlung von Erinnerungen in der Gesellschaft diskutiert. Dabei wird der Fokus auf den aktuell wütenden »Bildersturm« gelegt: Um welche Symbolik geht es dabei? Was soll dadurch erreicht werden, und was wird tatsächlich erreicht? Wie geht es weiter und wie sollten die Behörden darauf reagieren? Wie kann vermittelt werden zwischen denen, die diese Denkmale als Verkörperung und Verankerung eines systemischen Rassismus sehen, und denen, die die »Zerstörung des Erbes« befürchten und jeden Versuch einer »Veränderung« oder »Auslöschung der Geschichte« ablehnen?
 
PD Dr. Johanna Blokker hat an der New York University promoviert und ist seit 2012 Assistentin am Lehrstuhl für Denkmalpflege der Universität Bamberg.


Live-Stream auf Youtube: https://youtu.be/wqpgP0ufRjI

Interaktiv auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt


Beginn: 20:00
Eintritt/Zugang: frei

Donnerstag, 11.02.2021: HANNAH O‘ NEILL: Rechtsruck aus dem Internet? Irlands neuer Rechtsextremismus

Dass das Internet zur Verbreitung rechtsextremer Ideologien in Europa und den USA beiträgt, ist weitgehend bekannt.Aber wie genau sieht die Wechselwirkung zwischen sozialen Netzwerken und dem Erstarken rechtsextremer Bewegungen aus, und welche Rolle spielen sie? Antworten auf diese Fragen finden wir vielleicht in Irland: Nachdem die Republik, im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten, weitgehend immun gegen den Rechtsruck gewesen zu sein schien, beunruhigte im Sommer 2020 die Nachricht über einen Anstieg rechtsextremer Aktivitäten. Interessant ist, dass hier (zumindest auf den ersten Blick) fast ausschließlich Radikalisierungsprozesse in sozialen Netzwerken als Ursprung betrachtet werden. Wir werden daher prüfen, ob diese Erklärung tatsächlich ausreicht, welche Lösungsvorschläge auf staatlicher Ebene möglich sind und welche Gegenmaßnahmen sich aus einer linken Perspektive hieraus ableiten lassen.

Hannah O‘Neill studiert Politikwissenschaft in Bamberg.

In ihrem ersten Vortrag in der freien uni bamberg hat sie 2019 über feministische Perspektiven auf den Brexit gesprochen.

Ab 20:15 – Vortrag auf Youtube: https://youtu.be/IaD8-yAbi-M

Ab 21:30 – Diskussion in zoom: https://uni-bamberg.zoom.us/j/94057810266
Passwort: vq6kH^

Eintritt/Zugang: frei

Donnerstag, 04.02.2021: FAU BONN: Arbeitskampf im Herzen der Bestie. Der Erntehelfer*innen-Streik in Bornheim

Fehlender Arbeitsschutz, Lohnprellerei, katastrophale Unterbringungen – die prekäre Lebensrealität von Saisonarbeitskräften ist nicht erst seit gestern bekannt. Doch erst im Zuge der globalen Pandemie und der damit verbundenen Wirtschaftskrise schaffte es das Thema in die Massenmedien.
Aber was war da eigentlich in Bornheim los …?
Ein Gewerkschafter der anarchistisch-syndikalistischen Freien Arbeiter*innen Union Bonn gibt Einblick in die herrschaftsfreie Gewerkschaftsarbeit und berichtet von der harten Realität des einwöchigen Streiks von Bornheim – und darüber, was das Ganze gebracht hat! Selbstorganisierung der Lohnarbeitenden und darüber die Überwindung der herrschenden Verhältnisse – so lauten der Plan und die Utopie. Doch wie macht mensch das: Arbeitskampf? Nicht zuletzt in informellen Beschäftigungsfeldern wie der »Saisonarbeit«.
 
Die Freie Arbeiter*innen Union Bonn ist eine Basisgewerkschaft, die bundesweit mit anderen Syndikaten zur FAU zusammengeschlossen ist.

Live-Stream auf Youtube: https://youtu.be/cELr6qna-u8

Interaktiv auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt


Beginn: 20:00
Eintritt/Zugang: frei