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Donnerstag, 15.07.2021: Offenes Planungstreffen. Nach dem Sommersemester = vor dem Wintersemester

Wir wollen euch natürlich auch im Wintersemester 2021/22 wieder ein ausgewogen unausgewogenes Programm bieten und treffen uns daher am letzten Donnerstag des Wintersemesters auf jitsi, um Bier zu trinken und über das Wintersemester nachzudenken. Alle, die uns kennenlernen oder in der freien uni bamberg mitmachen wollen, sind dazu sehr herzlich eingeladen.

Wir treffen uns hier: https://meet.jit.si/freieunibamberg

Beginn: 20:00

Eintritt/Zugang: frei

Donnerstag, 08.07.2021: JEJA KLEIN: Zum Fortleben sexueller Gewalt in linken Milieus

Linke Milieus gerieren sich gern als Gegenpol zu Phänomenen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie oder Antisemitismus. Schilder in linken Läden lassen etwa verlauten, Sexismus werde hier nicht geduldet. Doch warum hält sich sexuelle Gewalt so hartnäckig in diesen Kreisen? Davon zeugen nicht zuletzt die ständigen Auseinandersetzungen, die vor allem Frauen zum Beispiel mit ehemaligen Partnern führen müssen. Diese Konflikte bilden jedoch nur die Spitze dessen, was in den Betten dieses »aufgeklärten Milieus« vor sich geht. So ist das Erleben von Mitgliedern linker Szenen stark geschlechtlich getrennt: Während Männer sich um wichtige politische Anliegen, Demos, Aktionen und Strategien kümmern können, befinden sich viele linke Frauen und Queers in einem ständigen Beziehungskampf um Anerkennung sowie um Räume und soziale Netzwerke, in denen sie sich frei bewegen und sicher fühlen können. Der Widerspruch zwischen dem antisexistischen Selbstbild und der sexistischen Lebenspraxis der Linken liegt auch in der massiven Unterschätzung der Tiefe begründet, mit der sich sexistische Gesellschaftsstrukturen in Denken, Fühlen und Handeln von uns allen eingraben.
 
Jeja Klein macht freien Journalismus unter anderem für neues deutschland, Supernova, analyse & kritik oder Titanic. Es hat unter anderem Philosophie und Geschichte studiert und interessiert sich insbesondere für Fragen der sexuellen Gewalt, der Männlichkeit und der männlichen Sexualität sowie für queere Themen. Jeja ist nichtbinär und wird mit den Pronomen Es und Sie angesprochen.
Der Vortrag findet in Kooperation mit Phia e.V. statt und bildet den Auftakt der Vortragsreihe »Beziehungsweise Männlichkeit – von Catcalling bis Femizid«. Weitere Vorträge werden am 22. und 29. Juli im Mjut in Leipzig und am 5. und 12. August in der Zukunft am Ostkreuz in Berlin stattfinden. Alle Vorträge werden online übertragen, nähere Infos unter www.phia-ev.de.

Link zum Vortrag: https://uni-bamberg.zoom.us/j/97399912770

Passwort: ph!a21

Beginn: 20:00

Eintritt: frei

Donnerstag, 01.07.2021: BILKE SCHNIBBE: Toxische Männlichkeit? Wie Männlichkeit und sexuelle Gewalt zusammenhängen

In einem Werbespot der Marke Gilette werden Männer aufgefordert, die beste Version ihrer selbst zu sein, und alle rasten aus. Nicht erst seit diesem Video wird heiß darüber diskutiert, was genau das eigentlich ist: Männlichkeit, und welche negativen Konsequenzen es hat, wenn Männer immer männlich sein müssen. Im Vortrag wird es um den problematischen Zusammenhang von sexueller Gewalt und Männlichkeit gehen und um die folgenden Fragen: Warum wird sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern begangen? Warum ist sie so weit verbreitet und warum gibt es so wenig wirksame Maßnahmen gegen sie? Und nicht zuletzt: Wie kann uns eine radikale kritische Perspektive auf Männlichkeit helfen, diese Probleme anzugehen?

Bilke Schnibbe ist Redaktionsmitglied der linken Monatszeitung analyse & kritik und arbeitet außerdem als Psycholog*in Berlin. Aktuell sind Bilkes Themen Feminismus und Care-Arbeit, sexuelle Gewalt und Psychotherapie.

Der Vortrag findet in Kooperation mit Phia e.V. statt und bildet den Auftakt der Vortragsreihe »Beziehungsweise Männlichkeit – von Catcalling bis Femizid«. Weitere Vorträge werden am 22. und 29. Juli im Mjut in Leipzig und am 5. und 12. August in der Zukunft am Ostkreuz in Berlin stattfinden. Alle Vorträge werden online übertragen, nähere Infos unter www.phia-ev.de.                    

Link zum Vortrag: https://uni-bamberg.zoom.us/j/97399912770

Passwort: ph!a21

Beginn: 20:00

Eintritt: frei

Donnerstag, 17.06.2021: ALINA NÜSSING / LENA UHL: Feminismus und Klimaaktivismus. One Struggle, One Fight?

Die Klimakrise und die Unterdrückung von FLINTA-Personen sind tief verwurzelt in den herrschenden Macht- und Unterdrückungssystemen. Wie insbesondere Klimagerechtigkeit und Feminismus zusammenhängen, soll aus einer intersektionalen feministischen Perspektive analysiert werden. Anschließend stellt der Vortrag die berühmt-berüchtigte Frage, wie sich die Theorie denn in Praxis umsetzten lässt, und versucht Wege aufzuzeigen, Klimagerechtigkeitsaktivismus feministischer zu gestalten.

Alina Nüßing und Lena Uhl studieren beide Politikwissenschaften und arbeiten zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Soziale Bewegungen. Neben dem Studium sind die beiden u. a. in der Klimagerechtigkeitsbewegung sowie in feministischen Kontexten aktiv.


Stream auf Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=_WaIhCROdog

Diskussion ab 21:30 Live auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg

Beginn jeweils: 20:00 Uhr

Donnerstag, 10.06.2021: MIRJAM ELSEL: Flucht und Asyl im Zeichen von Abschottung, Abschreckung und Abschiebung


Die Situation von Geflüchteten hat sich durch die Pandemie – wie alle Bereiche, die zuvor schon prekär waren – deutlich verschlechtert. Das Bundesland Bayern hält an ihrer Unterbringung in sogenannten »AnkER-Zentren« fest. In Bamberg befindet sich eine der größten Massenunterkünfte dieser Art. Was bedeutet das für die Menschen, die dort leben? Und wie wirkt sich dort die Pandemie aus? Von Bamberg aus werfen wir auch einen Blick auf die Flüchtlingspolitik in Deutschland und in Europa.
 
Mirjam Elsel ist Pfarrerin und Koordinatorin für die Flüchtlingsbegleitung im Dekanatsbezirk Bamberg. Sie organisiert seit über vier Jahren die Bamberger Mahnwachen Asyl mit und ist im Sprechstundenteam von Freund statt fremd aktiv. Sie ist Mitinitiatorin der Interreligiösen Fraueninitiative und Mitglied im Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus.
 
Vortrag Live auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
Live-Stream auf Youtube:
https://youtu.be/48H4XcDg2Ec 

Beginn jeweils: 20:00 Uhr

Donnerstag, 27.05.: STEFAN DIETL / KATHRIN BIRNER: Die modernen Wanderarbeiter*innen. Arbeitsmigrant*innen im Kampf um ihre Rechte

Sie arbeiten in Schlachthöfen, in der Pflege, auf dem Bau, in der Logistikbranche oder der Landwirtschaft, aber auch im industriellen Sektor, und ihre Ausbeutung bildet zunehmend die Grundlage des deutschen Exportmodells: zeitlich befristete Arbeitsmigrant*innen, die regelmäßig für einige Wochen oder Monate ihre Heimat verlassen, um in Deutschland zu arbeiten.
Obwohl sie überall präsent sind und die Produktion ohne sie in zahlreichen Wirtschaftszweigen zum Erliegen käme, bleiben sie gesellschaftlich unsichtbar. Geprägt ist die Arbeit dieser modernen Wanderarbeiter*innen durch lebensgefährliche Arbeitsbedingungen und systematischen Lohnraub. Der Vortrag beschreibt eindringlich die prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse, die den Alltag von Arbeitsmigrant*innen in Deutschland prägen. Ebenso sollen bisher wenig beachtete Ansätze der gemeinsamen Organisierung wie Baustellenbesetzungen, Streiks oder Demonstrationen vorgestellt werden.
 
Stefan Dietl arbeitet als freier Journalist und schreibt zu sozial- und gewerkschaftspolitischen Themen u. a. für die Wochenzeitung Jungle World und das Monatsmagazin konkret.
Kathrin Birner arbeitet als Gewerkschaftssekretärin und ist im Netzwerk der Global Labour University aktiv.
 
Der Vortrag und die Diskussion live in Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
Der Stream auf YouTube: https://youtu.be/d-wqnFBhtK8

Beginn: 20:00 Uhr

Der Vortrag wird von der DGB-Jugend Oberfranken und der DGB-Hochschulgruppe Bamberg gefördert.

Donnerstag, 20.05.2021: VID STEVANOVIC: Ironie, Transgression, Terror: Rechtsterrorismus und Meme-Culture

Während die Berichterstattung zur Corona-Pandemie nach wie vor die öffentlichen Debatten dominiert, wurde Deutschland zum international prominenten Standort in Sachen Rechtsterrorismus und das Kapitol der Vereinigten Staaten von Rechtsextremen gestürmt. Die Theorie kommt dem Terror nicht hinterher. Neben vernetzt agierenden Zellen (Nordkreuz, Gruppe S. etc.) sind es vor allem (vermeintliche) Einzeltäter*innen, die Anschlüsse an den globalen Rechtsterrorismus knüpfen. Die Attentäter*innen teilen eine bestimmte ästhetische und mediale Praxis. Dem inszenierten Spektakel des Terrorakts ist der »Memetic Warfare« vor- und nachgelagert: In Chatgruppen, Discord-Channels und auf Imageboards wird die Verbindung von Ideologie und Terror hergestellt. Dabei sind Ironie und Tabubruch dominante Strategien. Der Vortrag wird diesem Verhältnis nachgehen, um zu klären, wie diese Praktiken und rechter Terror voneinander abhängen.
 
Vid Stevanovic arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU in München.
 
Vortrag auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=Rqmi_D4LbHY
Live und Diskussion auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg

Beginn: 20:00
Eintritt: frei

Donnerstag, 06.05.: CONSTANTIN GANß / LEA HIRSCHFELDER / ENGEL FRIEDERIKE HOLST: Antisemitische Bilder am Dom? Der Streit um die Synagoge des Bamberger Fürstenportals

Am 23.10.2020 titelte das regionale Nachrichtenportal InFranken.de anlässlich der Diskussion um ein Figurenpaar am Bamberg Dom reißerisch: »Sind diese Statuen antisemitisch?«. Der Streit um den Umgang mit antijudaistischen Darstellungen in mittelalterlichen Kirchen ist auch in Bamberg nicht neu. Leider zeichnete sich der öffentliche Diskurs darüber bisher durch unzureichende Recherche und mangelndes Verständnis der Figuren, ihrer theologischen Grundlage und der baulichen Situation aus. Auch gibt es bisher keine zufriedenstellenden Konzepte für einen langfristigen Umgang mit den betreffenden Figuren. Der Vortrag möchte diese Lücken schließen und dadurch eine fundiertere Diskussionsbasis schaffen.

Constantin Ganß, Lea Hirschfelder und Engel Friederike Holst studieren Politikwissenschaften, Geschichte, Denkmalpflege und Kunstgeschichte und engagieren sich im Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg gegen Antisemitismus.

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Jungen Forum (JuFo) der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg statt.

Vortrag um 20:15 auf YouTube: youtube.com/watch?v=gABqrgBGLFI

Diskussion ab 21:15 auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt

Donnerstag, 29.04.: RUBEN GERCZIKOW / MONTY OTT: Die Juden sind nicht kleinzukriegen

Jüdinnen:Juden wird in der Öffentlichkeit die Rolle von Opfern zugeschrieben. Entsprechend machen viele von ihnen die Erfahrung, dass ihre Sichtbarkeit sich darauf begrenzt, als Betroffene von Antisemitismus oder als Auslandsvertretung von Israel aufzutreten. Die Komplexität jüdischer Erfahrungen findet darin keinen Platz. Das betrifft sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit. Jüdisches Leben in Deutschland wird in der deutschen Geschichte auf die Zeit der Verfolgung und Ermordung während der Shoa reduziert. Die Vielfalt der jüdischen Kultur kann so nicht gesehen werden, vor allem dann nicht, wenn es sich um eine wehrhafte handelt. Dabei sprach bereits die in Deutschland beliebte Philosophin Hannah Arendt davon, dass der »jüdische Lebenswille berühmt und berüchtigt« sei. Doch wo sind all die Geschichten von den kämpfenden Jüdinnen:Juden und die von ihrem Widerstand gegen autoritäre Herrschaft?

Monty Ott ist Publizist, promoviert zu »Queerem Judentum in Deutschland«, und war bis 2021 Gründungsvorsitzender der queer-jüdischen Initiative Keshet Deutschland e.V. Ruben Gerczikow beschäftigt sich seit vielen Jahren mit rechtsextremen Strukturen, war Vizepräsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland und der European Union of Jewish Students. Beide sind Teil des jüdischen Medienprojektes Laumer Lounge.

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Jungen Forum (JuFo) der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg statt und wird von der »Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Bamberg« im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Stream des Vortrags auf Youtube: https://youtu.be/AMUeIgiCUqA

Diskussion und Vortrag auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt

Donnerstag, 22.04.2021: ANASTASIA BAUCH / CHRISTOPHER HÖLZEL: Die Bakuninhütte. Erinnerungskultur, Denkmalpflege und zeitgenössische Archäologie



Die Bakuninhütte bei Meiningen wurde in den 1920ern von Mitgliedern der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft FAUD errichtet. Als deutschlandweit einziges staatlich anerkanntes Kulturdenkmal des Anarchosyndikalismus bietet sie einzigartige Möglichkeiten der Erforschung und der Partizipation. Die Geschichte der Bakuninhütte ist wie ein Brennglas für die Geschichte Deutschlands in den letzten 100 Jahren. Sie wurde als Wander- und Schutzhütte errichtet und bis 1933 zum überregionalen Zentrum der anarchosyndikalistischen Bewegung ausgebaut, diente aber auch als beliebtes Ausflugsziel für die lokale Bevölkerung. Trotz »doppelter Opposition« in Nationalsozialismus und DDR ist die Hütte erhalten geblieben. 2015 wurde sie als Kulturdenkmal eingetragen. Heute ist die Hütte in Vereinsstrukturen, verschiedene politische Bewegungen und lokale (Erinnerungs-)Politiken eingebunden. Die AG Geschichte der Bakuninhütte hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre vielfältige und wechselvolle Geschichte sowie die der Menschen, die sie gebaut und gestaltet haben, ihre verschiedenen Nutzungsphasen und das allgemeine politische Klima in Südthüringen in der Weimarer Republik zu erforschen.
 
Christopher Hölzel ist Archäologe und in der AG Geschichte der Bakuninhütte aktiv. Anastasia Bauch absolviert den Master Denkmalpflege in Bamberg, kommt aus Meiningen und ist an der Bauplanung zum Erhalt der Hütte beteiligt.

Live-Stream des Vortrags auf Youtube: https://youtu.be/hs-7r0wLOoE
Anschließende Diskussion auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt


Beginn: 20:00
Eintritt/Zugang: frei