
Auch wenn es dem Krieg gerade nicht an Anschaulichkeit mangelt, so steht man als denkender und fühlender Mensch doch immer wieder hilflos vor dem ablaufenden Gewaltgeschehen. Was, so fragt man sich, sind die entscheidenden Momente, auf die es sich zu fokussieren lohnt und die sinnvolle Stellungnahmen ermöglichen? Denn, wie bei kaum einem anderen Phänomen, fühlt man sich angesichts des Krieges dazu genötigt, Stellung zu beziehen. Die Ohnmacht, die man im Alltagsleben gegenüber der Gesellschaft immer schon erfahren kann, potenziert sich mit Blick auf das Kriegsgeschehen zumeist ins Unermessliche.
Der Vortrag nähert sich der durch den Krieg potenzierten Ohnmachtdadurch, dass er nach der Rationalität des Krieges fragt, d. h. sich damit auseinandersetzt, welche Logik das Denken und Handeln im Krieg bestimmt und welche Fallstricke sich daraus für das Nachdenken im und über den Krieg zeigen.
Heinrich Hofer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt sowie Lehrbeauftragter für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zusätzlich ist er Mitglied des Distanz-Magazins (ASTA Bamberg e.V.).