Donnerstag, 05.07.2018: ANJA THIELE: Juden und die Erinnerung an die Shoah in der DDR

Die Massenvernichtung der Juden im Nationalsozialismus wurde in der DDR »ausgeblendet« – das ist weit verbreiteter Konsens. Tatsächlich ist das Bild der Erinnerungskultur im »antifaschistischen« Staat, wie aktuelle geschichtswissenschaftliche Studien zeigen, um einiges komplexer. Der Vortrag möchte die historischen Grundlagen der staatlichen Geschichts- und Gedenkpolitik der DDR skizzieren, um anschließend zu fragen: Gab es abseits der dogmatischen Leitlinien der SED eine Erinnerung an die Shoah? Und welche Rolle nahmen jüdische Kommunist_innen, oft selbst KZ-Überlebende, in diesem Diskurs ein? Am Beispiel verschiedener Akteur_innen jüdischer Herkunft, die sich nachdrücklich für die Erinnerung an den Holocaust einsetzten, soll der geschichtliche Wandel im Umgang mit dem Thema in der DDR nachgezeichnet werden. Damit einhergehend beleuchtet der Vortrag die Vielfalt »jüdischer« Selbstidentifikation in der DDR sowie die Komplexität des Verhältnisses zwischen Juden und SED.

Anja Thiele ist Literaturwissenschaftlerin und promoviert über Erinnerungskultur in der DDR. Sie lebt in Leipzig.

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