Donnerstag, 09.05.2019: CLARA AGUSTÍ SANAHUJA: Linksnationalismus in Katalonien Solidarität zwischen Bürger_Innen oder Arbeiter_Innen?

Schon vor dem Ersten Weltkrieg galt Nationalismus in der Linken als Gegenspieler der gesellschaftlichen Veränderung. Gut 150 Jahre später scheint das Thema noch kontroverser geworden zu sein. Nationalstaaten sind etabliert und jede_r identifiziert sich – fast automatisch – mit dem eigenen Land. In der Geschichte Spaniens wiederum lassen sich zwei Konfliktlinien feststellen, die Gesellschaft und Politik seit Jahrhunderten prägen: die Links-Rechts-Achse und die Frage nach »Zentralisierung« oder »Dezentralisierung«. Während die Franco-Diktatur regionale Identitäten leugnete und verbot, wurden in Katalonien kulturelle Forderungen zum Mittel des antifaschistischen Widerstands. In der Demokratie schlugen sich diese Konflikte dann im Parteiensystem nieder. In der katalanischen Linken findet sich daher ein breites Spektrum von Gruppen, Organisationen und Parteien, die für einen unabhängigen katalanischen Nationalstaat eintreten. Aber haben sich die ehemaligen Widersprüche aufgelöst? Und wie rechtfertigen diese Gruppen eine Ideologie, die per se ausgrenzend ist? Der Vortrag unternimmt eine Reise in die Argumente linksnationalistischer Bewegungen in Katalonien, um auf die grundlegende Frage einzugehen: Lässt sich Nationalismus mit der politischen Linken vereinbaren?
 
Clara Agustí Sanahuja ist in Barcelona aufgewachsen und studiert zurzeit Politikwissenschaft in Bamberg. Sie sieht sich als Beobachterin der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, empfindet aber eine gewisse Sympathie für diese Form des Protestes.
Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1
(zwischen Schranne und Kaulberg)
Beginn: 20:00
Eintritt: frei

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