Donnerstag, 14.12.2017: CHRIS W. WILPERT: Buffy als Massenbetrug? Kulturindustrie und Kulturkritikindustrie

2017 ist ein Jahr denkwürdiger Jubiläen: 20 Jahre sind seit Ausstrahlung der ersten Staffel von Buffy – The Vampire Slayer vergangen. Vor 70 Jahren ist die Dialektik der Aufklärung von Adorno und Horkheimer erstmals erschienen. Das darin enthaltene Kulturindustrie-Kapitel mit dem Untertitel »Aufklärung als Massenbetrug« gilt es kritisch zu würdigen. Über Buffy gibt es dabei nicht viel zu sagen. Sie ist unzweifelhaft die beste Serie. Aufgrund ihres gesellschaftskritischen Gehalts gab sie Anstoß zu der akademischen und popkritischen Rezeption, die als so genannte Buffy Studies firmiert. Inzwischen werden zu jeder Serie Massen an vermeintlicher Kulturkritik produziert. Diese ist meist ebenso langweilig, wie sie krampfhaft überall fundamentale Gesellschaftskritik zu erkennen meint. Die Kulturindustrie hat dabei unweigerlich eine eigene Kulturkritikindustrie mit hervorgebracht. Diese verwässert jedoch den Begriff einer emanzipatorischen Kulturkritik. Der Vortrag will nicht nerdig bloß Buffy-Fantum zur Schau stellen. Stattdessen soll er in die Geschichte und den Begriff der Kulturindustrie einführen und zugleich die Möglichkeiten und Grenzen einer emanzipatorischen Kulturkritik als radikale Gesellschaftskritik ausloten. Ein Kampf, der so aussichtslos scheint wie der von Buffy.

Chris W. Wilpert schreibt u. a. über Thomas Harlan, Battlestar Galactica und Hipster_innen und ist Teil der Freien Uni Bamberg.

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