Donnerstag, 19.07.2012 GÜNTHER FRIESINGER: Stadtguerilla. & Freitag, 20.07.2012 PHILIPP FERNANDES DO BRITO: Drag Kings.

Donnerstag, 19.07.2012

GÜNTHER FRIESINGER: Stadtguerilla.

Taktisches Handeln in der Stadt der Zukunft (Info s. unten)

Ort: Balthasar. Balthasargäßchen 1 (zwischen Kaulberg und Schranne)

Beginn: 20:00

Eintritt: frei

Info: s. unten

Freitag, 20.07.2012

PHILIPP FERNANDES DO BRITO: Drag Kings.

Von Frauen in Männerkleidung, Tomboys und falschen Bärten (Info s. unten)

Ort: Balthasar. Balthasargäßchen 1 (zwischen Kaulberg und Schranne)

Beginn: 20:00

Eintritt: frei

Info: s. unten

INFO: GÜNTHER FRIESINGER: Stadtguerilla.

Taktisches Handeln in der Stadt der Zukunft

Die Stadtguerilla operiert im städtischen Milieu und greift dabei auf Strategien und Methoden der klassischen Guerilla zurück. Waren es zu Beginn der 1970er militante Gruppen der so genannten »Spontiszene«, hat sich der Begriff in den letzten Jahren verändert. Heute steht er für ein Ensemble aus Politikformen, die »Guerilla Gardening«, »Urban Hacking« oder »Culture Jamming« umfassen. Doch wie sieht die Zukunft der Stadtguerilla aus? Häufig wird davon ausgegangen, dass sich die Stadt von morgen zu einer utopischen Stadtwelt für den Meta-Menschen entwickeln wird. Doch ist das wirklich erstrebenswert? Und welche Strategien werden Stadtguerillas in Zukunft benutzen, um einem derart reglementierten Leben zu entgehen?

Günther Friesinger ist Philosoph, Künstler, Kurator, Produzent und Edu-Hacker. Gründer und Leiter des „paraflows“-Festivals, Chairman des QDK Wien und Geschäftsführer der Kunstgruppe monochrom.

INFO: PHILIPP FERNANDES DO BRITO: Drag Kings.

Von Frauen in Männerkleidung, Tomboys und falschen Bärten

Wenn Frauen Männerkleidung tragen, sorgt dies immer noch für Verwirrung, obwohl Figuren wie Jeanne d’Arc oder Calamity Jane längst Bestandteil populärer Erzählungen geworden sind. Was aber, wenn diese Verwirrung nicht bloß als amüsanter Gegenstand historischer Geschichten auftritt, sondern sich in der Realität manifestiert und so unser geschlechtliches Begriffssystem in Frage stellt? Frauen, deren Aussehen und Verhalten als maskulin bewertet wird, werden »Garçonnes«, »Tomboys«, »Drag Kings« oder »Dykes« genannt. Solche Begriffe definieren nicht selten sexuelle und geschlechtliche Identität als lesbisch, bi- oder transsexuell, obwohl die zugrunde liegenden Strategien einem geschlechtlichen Alternativmodell Ausdruck verleihen, das dergleichen Zuordnungen außer Kraft setzt. Vor dem Hintergrund einer Kultur der Androgynität, des Genderswitchings und der performativen Geschlechtsidentität, wie sie sich aktuell abzeichnet, geben so genannte »Drag Kings« ein Beispiel, wie die Idee von Maskulinität durch ihre expressive Darstellung am vermeintlich anderen Körper hinterfragt werden kann. Der Vortrag stellt Fotographien, Video-, Musik- und Filmbeispiele vor, um an ihnen zu zeigen, wie sich Travestie und »drag kinging« als Mittel zur Verunsicherung geschlechtlicher Normen und Rollenmuster seit den 1970ern einsetzen lassen.

Philipp Fernandes do Brito ist freier Kunsthistoriker, Autor und Ausstellungsführer. Forschungsschwerpunkte: Surrealismus und Fotografie, Body- und Performance Art / Happening sowie Sexualität, Gender- und Identitätskonstruktion in der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst.

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