Donnerstag, 18.02.2021: JOHANNA BLOKKER: Denkmalsturz als Systemkritik: Der Bildersturm und die »Black Lives Matter«-Bewegung

Der Schriftsteller Robert Musil hat einmal gesagt, dass nichts so unsichtbar sei wie ein Denkmal: Einmal errichtet, befreit es die Menschen von der Arbeit des aktiven Erinnerns und ermöglicht ihnen das Vergessen. Dennoch gibt es Zeiten, in denen Denkmale wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken, in denen die Erinnerungen, die sie tragen, sie plötzlich zu Steinen des Anstoßes machen. Gegenwärtig erleben wir so einen Moment: Im Zeichen der globalen »Black Lives Matter«-Bewegung werden überall auf der Welt – auch in Deutschland – Standbilder von kolonialzeitlichen Figuren und Held*innen verunstaltet oder von ihren Sockeln geholt. Im Vortrag werden Denkmale als Orte des Streits und der Aushandlung von Erinnerungen in der Gesellschaft diskutiert. Dabei wird der Fokus auf den aktuell wütenden »Bildersturm« gelegt: Um welche Symbolik geht es dabei? Was soll dadurch erreicht werden, und was wird tatsächlich erreicht? Wie geht es weiter und wie sollten die Behörden darauf reagieren? Wie kann vermittelt werden zwischen denen, die diese Denkmale als Verkörperung und Verankerung eines systemischen Rassismus sehen, und denen, die die »Zerstörung des Erbes« befürchten und jeden Versuch einer »Veränderung« oder »Auslöschung der Geschichte« ablehnen?
 
PD Dr. Johanna Blokker hat an der New York University promoviert und ist seit 2012 Assistentin am Lehrstuhl für Denkmalpflege der Universität Bamberg.


Live-Stream auf Youtube: https://youtu.be/wqpgP0ufRjI

Interaktiv auf Jitsi: https://meet.jit.si/freieunibamberg
PW: AdornoHatGesagt


Beginn: 20:00
Eintritt/Zugang: frei

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